Das Konzept der Dark Factory – also eine Produktionsumgebung, die vollständig automatisiert und ohne menschliche Präsenz im Dunkeln operieren kann – gilt als Inbegriff radikaler Industrialisierung durch Robotik, künstliche Intelligenz und digitale Steuerungssysteme.
In einem aktuellen Bericht im Deutschlandfunk wurde dieses Thema aufgenommen. Zitiert wird u.a. der Potsdamer Wirtschaftsinformatiker Norbert Gronau. „Echte Dark Factories – also menschenleere, rein roboterbetriebene Produktionsstätten – seien ihm in Deutschland zwar noch nicht bekannt (…). Der erhebliche Fachkräftemangel, der ja ein Arbeitskräftemangel sei, habe aber schon in vielen Unternehmen zur Einrichtung einer personalfreien Nachtschicht geführt. Damit sei der Weg zur Dark Factory nicht mehr weit. Für die „Geisterschicht in der Nacht“ müssten die Produktionsprogramme allerdings entsprechend angepasst werden, weil bestimmte Mitarbeiterfähigkeiten dann eben fehlten, fügte Gronau hinzu.
Menschliche Arbeit bleibe unverzichtbar. Zudem entstünden neue Jobs für Einrichtung, Anpassung und Erweiterung der Produktion – Aufgaben, die sich insbesondere bei neuartigen Produkten nicht vollständig automatisieren ließen.
Ähnlich äußerte sich der Dortmunder Industrie-Soziologe Hartmut Hirsch-Kreinsen. ‚Menschenleer‘ sei auch eine Dark Factory keinesfalls. Vielmehr seien anspruchsvolle und gut bezahlte Planungs-, Implementations-, Überwachungs- und Wartungsjobs unabdingbar. Aktuell gebe es Dark Factories sehr vereinzelt bei hochkomplexen und standardisierten Prozessen, etwa in der Chip- und Pharmaindustrie oder bei der Fertigung bestimmter Maschinenkomponenten in hohen Stückzahlen. Für die breite Industrie seien solche Modelle ökonomisch riskant und technologisch schwer beherrschbar.“
„Lights-Out“-Factories Interim Management
Was für die Industrie gilt, gilt in besonderem Maße für den gehobenen Dienstleistungssektor, wenn es um komplexe Anforderungen geht. Die „Lights-Out“-Factory hat es schwer im people’s business. In der Interim Branche gibt es seit den 2000er Jahren Plattform-Projekte. Keine hat sich auch nur im Ansatz durchgesetzt. Einige bezeichnen sich selbst als disruptive „Game Changer“, haben aber bei genauerem Hinsehen nur geringen Impact.
Richtig ist, digitale Plattformen haben ganze Branchen transformiert, von Mobilität bis hin zu Finanzdienstleistungen. Das steht außer Frage. Aber ihr Erfolgsrezept basiert aufStandardisierung, Skaleneffekten und schnellen, transaktionalen Matching-Prozessen. Diese Prozesse funktionieren im Interim Management – insbesondere imHigh-End-Segment– allerdings nur sehr begrenzt.
Warum sich automatisierte Plattformen so schwertun
Während Plattformen in standardisierten Segmenten einen Mehrwert bieten können, scheitern sie im High-End-Interim Management an den Anforderungen vonIndividualität, Vertraulichkeit und Vertrauen. Hier bleibt diekuratierte Vermittlung durch spezialisierte Beratungshäuserder entscheidende Erfolgsfaktor.
- Komplexität der AufgabenstellungInterim Mandate im oberen Management sind hochindividuell. Sie betreffen strategische Weichenstellungen, Transformationen, Krisen oder komplexe Vakanzüberbrückungen. Diese Komplexität lässt sich nicht in standardisierte Matching-Algorithmen überführen.
- Vertrauen und ReputationSenior Executives werden in Situationen eingesetzt, die höchste Vertraulichkeit und Glaubwürdigkeit verlangen. Vertrauen entsteht nicht durch anonyme Plattformprozesse, sondern durch persönliche Empfehlung, Referenzen und Beziehungsnetzwerke.
- Context Fit statt Skill FitEin Interim Manager wird nicht allein wegen seiner fachlichen Expertise ausgewählt, sondern aufgrund seiner Fähigkeit, in einer spezifischen Kultur, in einem besonderen politischen Gefüge und unter Zeitdruck wirksam zu werden. Dies ist nicht algorithmisch abbildbar.
- Sicherheit und Risikominimierung auf Entscheider-EbeneFür Entscheidungsträger zählt die Sicherheit, die „richtige“ Persönlichkeit zu gewinnen. Der Auswahlprozess gleicht daher weniger einem Marktplatz, sondern eher einer kurativen Besetzung durch erfahrene Intermediäre.
Bei komplexen Projekten zählen die Ergebnisse. Aus Sicht eines erfahrenen Interim Providers ist die Besetzung daher nur ein Teil des Leistungsspektrums. Neben dem „Recruiting“-Part geht es um die Entwicklung eines tragfähigen Projektansatzes, das punktgenaue Onboarding und die bestmögliche Projektbetreuung, ggf. inkl. der Projektsteuerung von Manager Teams, ein professionelles Reporting, bis hin zu einem nachhaltigen Projektabschluss mit Übergabe und ggf. Nachsorge.
Projektergebnisse committen, statt Position besetzen
Die besten Interim Provider am Markt verfügen über weitreichende Projekterfahrungen aus vielen 100 erfolgreich abgeschlossenen Interim Mandaten. Sie kennen den Interim Markt und die Mitglieder in ihren Manager-Pools, persönlich, zum Teil seit vielen Jahren, treffen ihre Interim Manager kontinuierlich, sehen und antizipieren konjunkturelle Markt-Entwicklungen und Trends, scouten tagtäglich nach neuen Future Skills und binden spannende, erfahrene Führungspersönlichkeiten.
Dies zahlt sich im Anfragefall für den Kunden aus. Ein guter Interim Provider ist kein Telefonnummern-Archivar und Profil-Verwalter. Er ist ein Sparrings-Partner, der Entscheider durch alle Stromschnellen einer Manager-Karriere begleitet und kreative, mitunter unliebsame, in jedem Fall aber erprobte, robuste und geländegängige Umsetzungslösungen entwickelt. Er ist Business-Enabler, der zusammen mit seinen kuratierten Manager-Pools Organisationen voranbringt.
Wenn Plattformen einen Beitrag zur Sichtbarkeit von Interim Managern leisten können, schön. Aber die alleinige Lösung sind sie sicher nicht.
Das Team der INTERIM-SHERPAS ist zu 100% auf die Entwicklung und Besetzung von Interim Management Projekten spezialisiert. Sprechen Sie uns an. Jederzeit.
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